Der Kuss des Kosmonauten

Oleg nahm alles ganz genau wahr.

Es blieb ihm hier oben auch gar nichts ande­res übrig.
Als eine ein­same Ver­wir­be­lung in der ewi­gen Nacht.
Wie lange er schon durch den Kos­mos glitt – er wusste es nicht mehr.
Die Zeit hatte ihn auf­ge­ge­ben und er sich selbst auch.

Oleg dachte an seine Frau.

An ihre ver­ge­ben­den Hände, in die er sich ver­liebt hatte.
An ihre erste Nacht unter dem Ster­nen­him­mel im Juli.
Diese Erin­ne­run­gen waren ein Anker in die­ser schwar­zen Wüste.
Aber schon bald würde er im Sand ertrinken.

Oleg fasste einen Entschluß.

Er würde nicht in Trauer und Wahn­sinn ver­fal­len.
Das Ende der Geschichte würde er ganz alleine schrei­ben.
Seine Lip­pen form­ten ein Lächeln, als er in Gedan­ken ruhte.
Sie war jetzt bei ihm und hielt seine Hand.

Oleg öff­nete den Helm.

Ganz lang­sam kamen sich ihre Lip­pen näher.
Ein inni­ger Kuss, umge­ben nur von Raum und Zeit.
Sein Herz lachte, denn er wusste alles würde nun gut werden.

Oleg nahm all dies ganz genau wahr.