Samba da benção (Viní­cius de Moraes).

Mar­cus Viní­cius da Cruz de Melo Moraes, kurz Viní­cius de Moraes (* 19. Okto­ber 1913 in Gávea; † 9. Juli 1980 in Rio de Janeiro) war ein bra­si­lia­ni­scher Dich­ter, Gitar­rist und Diplo­mat . Er schrieb viele, vor allem in Süd­ame­rika bekannte Werke und Gedichte; unter ande­rem schrieb er die Vor­lage für den Film Orfeo Negro, sowie den Text zu Baden Powell de Aqui­nos Kom­po­si­tion Berim­bau und zu diver­sen Bossa-Nova-Stücken von Anto­nio Car­los Jobim.
Quelle: Wiki­pe­dia

Hier der wun­der­schöne Text zu dem Lied “Samba da benção”. Auf deutsch über­setzt von Kay-Michael Schrei­ner, in dem Buch “Saravá”.

Samba des Segens

Es ist bes­ser froh zu sein als trau­rig
denn Froh­sinn ist das schönste auf der Welt
es ist wie das Licht im Her­zen.
Um aber einen wirk­lich schö­nen Samba zu machen
braucht man schon ein biß­chen Trau­rig­keit – bis
sonst kann man kei­nen Samba machen – nein.

Sonst wäre es so, als liebte man eine Frau, die nur schön ist. Was soll´s? Eine Frau muss außer ihrer Schön­heit noch irgend etwas haben, etwas trau­ri­ges, etwas, das weint, etwas, das Sehn­sucht spürt, ein Wis­sen um ver­letzte Liebe, eine Schöhn­heit, die sich aus der Trau­rig­keit nährt, zu wis­sen, eine Frau zu sein, geschaf­fen nur um zu lie­ben und zu lei­den für die Liebe und um nur Ver­ge­bung zu sein.

Samba machen ist nicht so wie einen Witz erzäh­len
Wer so einen Samba macht, der ist nichts wert
Ein guter Samba ist eine Art Gebet
Denn Samba ist die wie­gende Trau­rig­keit
und Trau­rig­keit hat immer eine Hoff­nung – bis
Eines Tages nicht mehr trau­rig zu sein – nein.

So wie diese Leute da, die das Leben so leicht neh­men. Vor­sicht, Kame­rad! Das Leben ist eine ernste Sache, und täusch dich nicht, nein, es gibt eben nur eins. Zwei wären schon gut, nie­mand wird mir aber sagen, er hätte sie, wenn er das nicht wirk­lich bewei­sen kann, mit einem Zer­ti­fi­kat, aus­ge­stellt im Nota­riat des Him­mels und unter­schrie­ben: Gott! Und nur mit beglau­big­ter Unter­schrift. Das Leben ist kein Kin­der­spiel, Freund! Das Leben ist die Kunst des Sich-Begegnens, obwohl so vie­les im Leben sich ver­fehlt. Immer ist da eine Frau, die dich erwar­tet, die Augen vol­ler Zärt­lich­keit, die Hände voll Ver­ge­bung. Lass ein wenig Liebe ein in dein Leben und auch in dei­nen Samba.

Laß ein wenig Liebe ein in dei­nen Rhyt­mus
du wirst sehen, nie­mand kann besie­gen
die Schön­heit eines Sam­bas – nein.

Denn der Samba stammt dort oben aus Bahia
und wenn auch seine Worte heute weiss sind (bis)
so ist er tief im Her­zen doch noch schwarz.